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Übertriebene Oszillation

In die schrille Muster und Farbwelt der 70-er schleuderte mich ein Bild aus dem Netz, dessen Ursprung erst mit der Bildersuche ermittelt werden konnte. Glücklicherweise hatte das Bild eine gute Auflösung, anhand des Fotos ist die Machart des Häkelmusters also gut nachvollziehbar. In der Tat besteht die Ausführung aus einer einzigen Reihe, in der verschiedene Häkelmaschenarten (feste Maschen, halbe Stäbchen, einfache Stäbchen, Doppelte Stäbchen) mittels Zu- und Abnahmen kombiniert werden.

Falls jemand das Muster nacharbeiten möchte (engl.): Bezugsquelle von Bild und Anleitung

Im November kaufte ich bei einer ehemaligen Strickerin in einer Auktion das gute Traub-Kammgarn, reine Schurwolle. Ich vermute, es lag deshalb so lange im Angebot, weil die Überschrift “Handwäsche” enthielt. Die herkömmliche Strickerin will Garn nicht nur superweich, sondern auch pflegeleicht. Unbehandelte Garne werden gern als kratzig eingestuft. Allerdings ist der Wärmefaktor bei rauer Wolle ungleich höher, weswegen viele Merinogarne als nicht so wärmend empfunden werden.
Das ist logisch, weil Merinoschafe einerseits keinen extremen Temperaturen ausgesetzt sind, wie beispielsweise Island- oder Shetlandschafe, andererseits wird das Merino-Garn oft so lange weg von der Ursprünglichkeit behandelt, dass es die wärmenden Eigenschaften zugunsten der glatten, nicht kratzenden Faser verliert und obendrein gut maschinenwaschbar ist.
Wenn wir schonmal bei Merino sind: ich werde nicht müde, mich darüber auszulassen, wie dumm die Angaben der Nadelstärke auf den meisten deutschen Garnbanderolen ist. Auch Kerstin hat sich letztens über erstaunliche Maschenproben gewundert. Gerade bei Merinogarnen sollte besonders fest gestrickt werden, weil die kräuselige Faser bei Feuchtigkeit extrem ausleiert und nach dem Waschen nicht mehr in die ursprüngliche Länge schrumpft. Wer seine passform-relevante Kleidung ohne ungewaschene Maschenprobe verstrickt, muss sich nach der Wäsche nicht über unförmige, lappige Textur wundern.

Das Garn der in 2015 aufgelösten Firma Traub kommt aus Peru, und die Verkäuferin hat mir noch einige einzelne Knäule dazu geschenkt. Die Farben sind allerdings nicht geeignet, ein Kleidungsstück für mich zu fertigen. Für eine Decke im Stil der 70-er jedoch hervorragend.

1464 g wurden mit Nadelstärke 5mm und gedoppeltem Faden verarbeitet und nach dem Häkeln in der Maschine angefilzt. Ich mache das so: erst bei 40 ° Celsius ca. 15 – 20 Minuten in der Feinwäsche waschen. Dann die Einstellung unterbrechen und einen Wollwaschgang mit der halben Zeit durchlaufen. Die Schleuderfunktion nehme ich heraus und schleudere ganz am Ende des Programms auf höchstem Schleudergang mit 1600 Touren.

Die Decke wird verschenkt oder getauscht, ich weiß es noch nicht genau.

Noch ein Flashback in die 70-er gefällig? Das Bild stammt von hier (Bezugsquelle) und dient nur zur Illustration, nicht als bezahlte Werbung.

 

Hier nun meine Interpretation

 

Nach dem Filzen

 

 

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