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Charity in Freiburg

Oft werde ich gefragt: warum strickst du eigentlich nichts für den guten Zweck in deiner Umgebung? Warum muss es denn Afrika sein?

Das beantwortet sich ziemlich zügig. Ich stricke oder häkle weniger gern Kleinzeug wie Mützen, Stulpen, Cowls, Socken und dergleichen. Und das sind genau die Sachen, die Obdachlose gebrauchen können. Körperklamotten suchen sich die obdachlosen Frauen und Männer in der Regel in der Kleiderkammer aus, wenn sie schon länger wohnungslos sind, ansonsten brauchen Sie eigene Vorräte auf.
In ihren Rucksäcken und Taschen haben sie nicht viel Platz für größere Strickdachen, aber bei den Accessoires gibt es auch immer wieder Schwund, und die Sachen müssen frisch beschafft werden.

Überdies bekomme ich oft größere Wollmengen geschenkt, die verarbeite ich dann gern auch in großen Projekten.

Dennoch möchte ich gern dem Essenstreff in Freiburg eine Freude machen. Als ich mit meiner Kisten voller Mützen, Stulpen und anderen kleineren Stricksachen kam, wurde ich froh begrüßt: es gab gerade einen Kälteeinbruch und alle Mützen und Handschuhe waren aufgebraucht.

Die Stricksachen habe ich jedoch nicht selbst angefertigt: Angela von Bestrickendes strickt gerne ihr neues Garn an, oder braucht Kleinreste auf. Spannenderweise hat sie sich darauf verlegt, aus den Kleinmengen Mützen zu stricken. Das hat mehrere Vorteile: zum einen hat sie Fühlproben und Qualitätseindrücke der Garne, zu anderen eine schöne Auswahl an Mützen für Präsente. Die Beschenkten suchten sich ihre Lieblingsstücke aus, und der Rest kam zu mir.

Eine Schachtel mit über 50 Mützen und anderen Sachen kam, und nach ausgiebiger Bewunderung fuhr ich mit dem Karton nach Freiburg. Frau Faller, die auch gern für ein Bild bereit stand, nahm die zahlreichen Sachen glücklich entgegen, wie man auch an ihrem Gesichtsausdruck sieht. Sie bedankte sich sehr herzlich bei der ihr unbekannten Strickerin.

Zugegeben: besonders gut ist das Handy-Bild nicht, die Räume in dem sehr alten Haus sind nur in der Essensstube gut beleuchtet, die Mitarbeite*innen nehmen mit funzelligen Leuchtkörper vorlieb, die an den ziemlich hohen Decken angebracht sind. Ja, mit der knäpplichen Förderung kommt man nicht weit, und mit Spenden deckt man erst einmal dringliche Sachen ab, die den Obdachlosen unmittelbar zugute kommen. Stylische Möblierung und Beleuchtung für die Helferschaft gehören nicht dazu.

Auch von meiner Seite noch ein großes Dankeschön für deine von Herzen kommende Spende!

 

An now for something completely different:

Ein Mini-Upcycling-Projekt wurde fertig. Unser Headset hat eine Super-Qualität, allerdings haben die Schaumstoff-Polster schon zweimal ihren Dienst aufgekündigt, durch Auflösung in ihre Bestandteile. Beim ersten Mal griffen wir als Ersatz auf ein Paar von einem kaputten, irreparablen Kopfhörer zurück.

Eine Strickbekannte schrieb, sie habe schon solche Polster gekauft. Nicht nur, dass sie sich schwer über die Muscheln schieben ließen, sie kosteten auch 5 € – pro Stück!

Aus 5g Holst Noble doppelt genommen entstand innerhalb von 20 Minuten das neue Paar Polster.

 

2 Gedanken zu „Charity in Freiburg

  1. Angela Mühlpfordt sagt:

    Danke dir für diese Würdigung 😉
    Es ist genau so, wie du es sagst… mir macht es Spaß, unterschiedlichste Garne auszuprobieren, verschiedene Muster zu testen…. aber ich selber brauche ja kaum Mützen…und so freut es mich, dass ich damit anderen eine Freude machen konnte.

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    • LanArta sagt:

      Ehre, wem Ehre gebührt!
      Am liebsten würde ich gern öfter in Freiburg herumlungern und schauen, wer die schicken Mützen trägt 🙂

      Antworten

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