Springe zum Inhalt

#2/12: Als am Stück gedacht

Sogar der schönen Helena schien es zu warm, die bilaterale Jacke zu präsentieren. Ich hatte sie nur kurz an und stellte mir Eiszapfen und verschneite Hänge vor, um die Jacke bei 37° im Schatten zu zeigen. Es ist das zweite beendete Projekt von Zwölfen, die im Juni als WIP ausgewiesen wurden. Immerhin: schon 1/6 abgearbeitet.

In verschiedenen Projektbeschreibungen bei Ravelry ist zu lesen, wie man die Jacke namens Stowe von Michelle Wang am Stück ohne Naht fertigt, und das hatte ich auch vor.
Der halbe Rücken – in die Vorderteile übergehend – soll aus zwei Rechtecken bestehen, die mittig zusammen genäht werden. Das ließ sich mittels provisorischem Anschlag und anstricken an selbigem vermeiden.

 

Das Rückenteil wurde mittig an das lange Rechteck angestrickt. Nach der Höhe des Armausschnitts hätte man die Seitenbereiche  zusammenstricken können, das sah aber bei mir nicht gut aus. Und offen gesagt: es lässt sich leichter stricken, wenn die schweren Vorderteile nicht immerzu an der Seitennaht ziehen und die Maschen ausdehnen. Ich habe keine Probleme mit dem Ausarbeiten und zog die Nähvariante vor.

Langes Teil: Kragen und Vorderteile. Angestrickter Rücken.

 

 

Das Kästchenmuster war ein prima Hilfsmittel, die Ärmel ohne großes Anheften “aus der Lamäng” anzunähen: ein Kästchen am Korpus entsprach ein Kästchen am Ärmel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war schon zu Beginn klar: das Hauptgarn würde nicht reichen. Daher habe ich bereits bei den Vorderteilen mit dem petrolfarbenen Kontrastgarn an der Seitenkante begonnen. Bei den Ärmeln sieht man, wo ich den letzten Meter in Braun verarbeitet habe, dabei wurde auch eine der Maschenproben verbraucht. Die andere war gewaschen worden und ließ sich nicht mehr auftrennen. Das Garn ist in Dochtzwirnung hergestellt und wohl schon seit Jahren nicht mehr im erhältlich.

Die Ärmel strickte ich separat und rund nach alter Mütter Sitte mit Spielstricknadeln, das geht bei mir am schnellsten. Ich hatte keine Lust, die Ärmel mit der ganzen Jacke bei Temperaturen von über 30° Celsius auf dem Schoß herum zu wuchten.

Das braune Garn hat Streifen in glitzerndem Kunstfasergarn eingesponnen. Exakt die gleichen Farben tauchen in Nöppchen im petrolfarbenen Garn auf. Das Kontrastgarn hat eine etwas längere Lauflänge als das Hauptgarn, daher sind die Ränder leicht wellig, was ein nettes Designelement ergibt.

Das interessante ist ja, dass man die Jacke auf zwei Arten tragen kann, als Langform oder kurz mit üppigem Kragen

Beim Wenden zeigt sich die Seitennaht von innen am Kragen. Bei mir sah das nicht gut aus, ich hätte statt eines Knötchenrands besser einen Kettrand gemacht. Ich bin jedoch der Meinung: auch Pfuschen will gelernt sein, und so versuche ich immer, für Missgeschicke eine Lösung zu finden, deren Zeitaufwand und Wirkung das Auftrennen erspart. Daher habe ich eine Rollkante gestrickt, die selbige Naht überdeckt, ein zusätzlicher Aufwand von einer halben Stunde.

Optisch gefällt mir die Kurzform der Jacke besser, aber im Herbst/Winter wird sich zeigen, ob die Jacke  eher mantelig oder lieber jackig getragen wird. Man braucht sich jedenfalls keine Gedanken zu machen, in welchen Ärmel man zuerst hinein schlüpft.

Muster von Michelle Wang Stowe Jacke, die in kurzer oder langer Version getragen werden kann
Garn :

  • Filatura di Crosa – Twist, 115m/50g; 650g
  • Filatura di crosa – Tremolo, 108m/50g;  94% wool, 6% Polyamid, 100g
  • beide Garne sind schon lange nicht mehr erhältlich

Werkzeug und Zubehör:

  • Rundstricknadel Stärke 4,5

Größe:

  • M (42-44)

Anmerkungen:

  • Das Modell lässt sich mit unterschiedlichen Garnen anfertigen, wirkt jedoch in Tweed oder einem melierten Garn fast besser als in soliden Garnen.
  • Wer möchte, kann sich das Zusammennähen komplett sparen und strickt die Teile statt dessen aneinander.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.