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Zickzack im Designdschungel

Zickzackmuster dürften zu den ersten “Freihand”-Mustern gehören, die von der Menschheit erzeugt wurden. In Ton eingedrückt mit Stäbchen, mit farbigen Fingern auf frühe Keramik gezeichnet gehören sie zu den Mustern, die das menschliche Auge schon immer erfreut haben.
Frühe Funde auf allen Kontinenten weisen darauf hin, dass der Hang zur Verzierung mit Zickzackmustern verbreitet war, ob geflochten als Korbmuster, gemalt, gestickt, gedruckt, gezeichnet, geprägt, gewebt, später auch gehäkelt und gestrickt.

Auch in Wappen oder auf Waffenschilden kommen Zickzackbalken oft vor.
Seit einiger Zeit versucht man, das Rätsel, um den myteriösen Zick-Zack-Mann zu lösen. Wie man darauf kommt, dass die Person männlich ist, wird nirgends erläutert, mittlerweile hat die Ethnologin und Sozialwissenschaftlerin Kat Dogtok versucht, das Phänomen zu greifen und ihre Erkenntnisse in einem Buch veröffentlicht. Das jedoch nur am Rande, wie eine Zickzackspur eine Region beschäftigen kann.

Seit Anfang der 60-er Jahre des vorigen Jahrhunderts haben die italienischen Modedesigner Missoni wildbunte Zickzackmuster in Strick auf den Weg gebracht, die mittlerweile aus der Modewelt nicht wegzudenken sind. Auch in Stoffen und Tapeten für Inneneinrichtungen wurde das Zickzackmuster immer wieder aufgegriffen, mal mehr oder weniger bedeutsam in jeder Stilrichtung.

Was macht die Zickzacklinie so beliebt? Die strenge Geometrie, die einer Oberfläche gleichermaßen Struktur und Richtung gibt? Die zahlreichen Variationen durch unterschiedliche Farben und Strichstärke? Gerade im textilen Bereich sind die Zickzackstriche oft gar nicht klar abgegrenzt, dennoch ist die Zickzacklinie eindeutig erkennbar, beispielsweise beim Fischgrätmuster.

Obwohl ich bei meiner fertiggestellten Zickzackdecke ein Konvolut Spendengarne mit völlig unterschiedlicher Farbgebung und teilweise wilder Bedruckung verwendet habe, kommt das Muster eindeutig durch. Es eignet sich hervorragend, die Wollmeisen-Stränge zu verbinden.

 

Das Muster ist einfach und häkelt sich praktisch von selbst. Dadurch, dass alle drei Reihen die Farben gewechselt werden, treibt es geradezu voran, weil man wissen möchte, wie der nächste Abschnitt wirkt.

Ich habe das Muster bereits verwendet, um unvereinbare Stickgarne miteinander zu verbinden.

Die Anleitung für den sog. “Moss-Stitch-Ripple” findet sich auf der Seite von Mriek

 

Um die Deckenkante habe ich einen fixierenden Rahmen gearbeitet. Die Decke ist 1,25 m x 2,00m groß und ca. 2kg schwer durch die Art der Zwirnung der Wollmeisen-DK.

Dazu wurde zunächst eine Kettmaschenreihe gehäkelt und darin die Maschen für die Umrandung verankert. Ich finde, das sieht wesentlich sauberer aus, als die Maschen einfach in die Randmaschen zu häkeln. Ungleichmäßige Kanten könne auf diese Weise schön verborgen werden.

Zusätzlich wird der Rand nicht verzogen und ausgeleiert.

 

 

Die Bilder sind in Nachbars Garten entstanden

 

Lara, eine Meisterhäklerin, hat sich von meiner Decke inspirieren lassen. Sie will ihre Decke diagonal häkeln. Bei manchen Einfällen fragt man sich, warum man nicht selbst darauf gekommen ist.

6 Gedanken zu „Zickzack im Designdschungel

  1. Klara sagt:

    Wirklich wunderschön!
    Ich mag Zick-Zack und Wellen Muster auch sehr gerne. Zum Stricken machen mir die Wellen mehr Spass. Zuletzt hab ich ein Zick-Zack gestrickt, das war nicht sehr lustig… Vielleicht häkelt sich das tatsächlich übersichtlicher?

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    • Michaela sagt:

      Ich finde, beides hat seinen Reiz.
      Ich häkle die großen Decken lieber, weil sie dichter und voluminöser werden. Kleine Decken stricke ich dann wieder, die dürfen auch nicht so schwer werden.
      Viel Spaß dabei, wenn du eine Zickzackdecke häkelst!

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  2. Annette 1965 sagt:

    Liebe Michaela!
    Wieder so eine schöne Decke! Zickzack- und Wellenmuster mag ich auch sehr, und ich habe mir auch vor einiger Zeit aus Resten eine Zickzackdecke mit halben Stäbchen gehäkelt. Die Farben habe ich aller 2 Reihen gewechselt, um auch kleinere Reste verarbeiten zu können. – Den Tip hinsichtlich der Umrandung werde ich mir merken, prima, danke!
    Beste Grüße von Annette

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    • LanArta sagt:

      Liebe Annette,

      danke für deinen Kommentar!
      Deine Decke würde ich gerne bewundern. Halbe Stäbchen mag ich auch gern, die geben eine schöne dichte Struktur.

      Liebe Grüße – Michaela

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  3. waltraud sagt:

    Ich glaube ich, sollte einmal alle Garne in einen großen Topf werfen und anfangen zu häkeln.
    Oder warte ich auf die diagonale Decke. ???????????
    Diese Decke ist jeden Aufwand wert, sieht einfach toll aus.

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    • Michaela sagt:

      Liebe Waltraud,
      es spricht nichts dagegen, zwei Decken anzufertigen. Ich bin gespannt, wie Laras Decke aussehen wird, und Reste gibt es immer wieder …

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