Sehr orange und sehr schräg
Nach mehr als einem Jahr habe ich die Arbeit an diesem Pulli wieder aufgenommen.
Zuvor hatte ich schon ein Knäuel für einen Pulli für meine Nichte verarbeitet. Den trennte ich wieder auf, weil die Farben ihr nicht zusagten. Meine Farben sind es auch nicht, überraschenderweise sieht er jedoch sehr kleidsam aus.
Die kostenlose Anleitung auf Sybils Blog ist auf Englisch. Im Grunde ist es eher eine probate Vorgehensweise, die sich auf jede Größe ableiten lässt, eine Abneigung gegen logisches Denken und arithmetische Verfahren sollte man nicht haben.

Mir hat die Rechnerei nichts ausgemacht, es sind mathematische Grundlagen, die in der 8. Klasse beigebracht wurden. Man muss es nicht mögen, man braucht es nichtmal zu verstehen, sondern kann einfach Sybils Schematik verwenden und die eigenen Maße einsetzen.
Dankenswerterweise hat Sybil eine Schemazeichnung bereitgestellt, bei der die eigenen Werte eingetragen werden können. Wenn der Anfang gemacht ist, kommt die Logik mit dem Stricken.
Da ich nicht genug Garn der Vulkanfarbe hatte, habe ich gleich den langen Ärmel angestrickt, sobald das zweite Knäuel zuende war. Dann konnte ich das dritte Knäuel aufbrauchen und die zweite Farbe ins Spiel bringen.

Der lange Ärmel ist in der Anleitung nur angedeutet, wenn das Prinzip weitergeführt wird, kann ohne weiteres verlängert werden.
Tipp: Mit Maschenmarkierern nicht sparen, und sie auch im Strickstück lassen, bis es zuende gestrickt wurde. Ich war dafür sehr dankbar, als ich nach einem Jahr weiterstrickte.

Länge: 61
Diagonale 86
Abnahme Ärmelunterkante: alle 5 Rippen
Zunahme am unteren Saum: 1 verkürzte Reihe (50M) alle 10 Rippen.

Wenn man am Korpus ist, läuft alles wie auf Schienen.
Die Anleitung, die man sich im Vorfeld genau durchlesen sollte, bietet die Möglichkeit, die Saumkante am Körper zu erweitern. Das habe ich gemacht. Obacht: wenn die verkürzte Reihe gestrickt wird, muss man eine Masche zunehmen pro Verkürzung, sonst wird die Saumkante schräg. Kann man natürlich auch als Feature so lassen.
Die Ärmel stricke ich generell nie in Runden. Davon abgesehen, dass ich in Hin- und Rückreihen sehr schnell stricke, wesentlich schneller als rund, werden auch keine Nadeln durch das Geschiebe oder Knicke ruiniert, Magic Loop ist nicht mein Freund, und mit zwei Nadeln geht es nicht schneller.
Von der Zeit, die ich beim Stricken in Reihen spare, benötige ich nur einen Bruchteil für die Naht

Statt des I-cords habe ich für die Einfassungen meine eigene Methode angewandt, die ich optisch viel schöner finde.
Der I-cord darf dann an anderer Stelle wieder einmal zum Einsatz kommen.

Hier habe ich noch eine eigene Variante der Seitengestaltung eingebracht.

Die technischen Daten:
| Muster | Englisch von Sybil R: Garter Stitch Bias Top |
| Quelle | Garter Stich Bias Top |
| Material | Lang Yarns Dipinto, 570g in Volcanic und einer Braunmischung, 2052m |
| Nadeln | 2.0 mm (Abschlusskanten), 3.25 mm (Korpus) |
| Sonstiges |
