Die Müllschluckerblende

Viele Maschinenstrickerinnen können mit dem Begriff sofort etwas anfangen. Die Müllschluckerblende versteckt alles, was nicht so gut aussieht: ungleichmäßige Randmaschen oder die aufgeschnittenen Maschen bei Cut-&-Sew-Stricksachen.
Der vornehme Begriff heißt “Italienische Befestigung”, wie es dazu kam, konnte ich nicht ermitteln. Ich habe diese Blende einmal bei einem handgestrickten Strickmantel angewandt und auf diese Weise hochgezogene Fäden vom Norwegermuster verborgen.

Die Italienische Blende oder Befestigung ist nicht zu verwechseln mit dem Italienischen Maschenanschlag (Runder Maschenanschlag) und dem Italienischen Abketten, dazu gibt es im Netz Anleitungen zuhauf.

Wer sich einmal ansehen möchte, wie diese feine Müllschluckerblende an der Maschine herzustellen ist, kann bei Karinsocke einen Blick auf den Tathergang werfen.

Nun habe ich diese geschickte Methode auch fürs Häkeln entdeckt.
Bei Projekten mit häufigen Farbwechseln kann man sich entscheiden, ob man lieber Hunderte von Fäden vernähen will und damit steife Seitenkanten erzeugt oder die Fäden in Seitentaschen versorgt. Der Zeitaufwand dürfte in etwa der gleiche sein, aber das Ergebnis zufriedenstellender.
Bei diesem Projekt, einer Decke aus Spendengarnen aus mehreren Quellen, profitierte ich in mehrfacher Hinsicht:

  • Etliche Reste und Kleinmengen wurden aufgebraucht, dabei ließ ich Überbleibsel von dünnen Konengarnen beim blauen Gittermuster mitlaufen, um das Garnvolumen zu erhöhen.
  • Ich konnte ein Häkelmuster ausprobieren, das genau für solche Restbestände überaus geeignet ist
  • Die Müllschluckerblende fürs Häkeln ist ein neuer Erkenntnisgewinn und lässt sich auf das Handstricken übertragen.

Für diese Müllschluckerblende hat Tinna Thórudóttir eine Art “Sandwichblende” entwickelt, zwischen zwei angehäkelten Blendenteilen werden die Fäden eingelegt und die Kanten der Blenden dann mit Kettmaschen oder festen Maschen verschlossen.

Die nicht versorgten Fäden am Rand

Die Fäden zwischen den beiden Blendenteilen vor dem Schließen der “Sandwichklappen”

Im Video zeigt Tinna, wie diese Doppelkante gearbeitet wird

Die gesamte Decke sieht bei mir so aus, man ahnt, wie viele Fäden hätten verwebt werden müssen, Größe 185cm x 120cm.
Das Muster heißt Coorie

 

Fast noch einfacher finde ich mittlerweile die Envelope-Methode von Rosina Plane

Diesen Rand habe ich hier getestet, aber nur auf einer Seite, sehr tauglich.

LanArta