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Wiederholungstat

Unglaublich: ich strickte ein Muster zum dritten Mal. Und auch, wenn man glaubt, man habe keine Wollreste mehr, finden sich immer noch welche. Vor allem, wenn geplante Projekte dann doch nicht zur Ausführung kommen, weil sich der Geschmack und die Stricklust schon wieder anders orientiert haben.
Im Einkaufskorb meines Ravelry-Accounts haben sich ca. 80 Wunschmodelle angehäuft. Ich speichere die Projekte der Begierde jetzt immer dort ab, um keinem Spontankauf zu unterliegen. Seltsamerweise legt sich das “Unbedingt-Haben-Wollen” oft innerhalb einiger Tage …

Ich meine, schon einmal erwähnt zu haben, das sich der Nut-Hap hervorragend eignet, Reste aufzubrauchen, also beispielsweise Einzelknäuel, deren Qualitäten nicht mehr nachzukaufen sind, Selbstgesponnenes, Testknäuel, die man mal mitgenommen hat, weil man dem Zuruf der Farbe oder der Qualität nicht widerstehen konnte.
Für den “Grundkörper” des Nut-Haps benötigt man ca. 150g, hat man weniger, macht man ihn einfach kürzer, die Strickpolizei wird schon nichts dagegen haben.
Im Nut-Hap lassen sich teilweise auch unvereinbare Farben unterbringen, ebenso unterschiedliche Qualitäten. Das Werk wirkt dadurch vielleicht nicht perfekt, aber lebendig.
Ich bewundere in der Galerie stets die Projekte derjenigen, die sich dem Diktat der Anleitung entziehen und eigene Zusammenstellungen verwenden. Und ich bedauere Strickerinnen, die sich bei genau diesem Modell, das so viele Varianten ermöglicht, sklavisch an die Farbgebung und das vorgegebene Garn halten.
Zugegeben: für Strickerinnen, die sich sicher fühlen wollen, dass ihr Projekt den gehobenen Geschmacksbereich bedient, ist es eine gute Entscheidung.
Und dankenswerterweise gibt es auch für Garn- Anarchisten ein ausuferndes Betätigungsfeld.

Meine Zusammenstellung ergab sich folgendermaßen von links nach rechts:

  1.  ca. 150g Restgarn ROWAN von diesem Projekt, das noch nicht fertig ist (die Farbe wird aber nicht mehr benötigt) für den Grundkörper. Dieses Garn ging in die Breite.
  2. ca. 40 g Rödel Strumpf- und Sportwolle, das sollte mal ein Teddy werden, ein Verlaufsgarn
  3.  ca. 50 g doppelt genommenes handgesponnenes Lace-Garn, das ich einmal von Annie geschenkt bekam (der Rest davon ist auch schon verplant) Das plüschte nach dem Waschen so auf, dass ich es nicht hätte doppelt verstricken müssen. Trotz geringerer Reihenzahl wurde das Gestrick/die Biese höher
  4.  ca. 40g No-Name-Farbverlaufsgarn, da habe ich das Label verloren. Verhielt sich erwartungsgemäß
  5.  ca 40g, ohne Label, ich schätze, eine Wolle/Seide-Mischung, ging in die Breite

Klar, man kann auch unterschiedliche Garnstärken verwenden, wenn sie sich in einem bestimmten Lauflängenbereich aufhalten, in meinem Fall zwischen 160 – 210m/50g.

Noch ein Hinweis: ich wasche Projekte generell im 30Grad-Wollprogramm der Maschine. Das muss das Gestrick aushalten, weil ich das meiste meiner Stricksachen verschenke.  Strickteil im Wäschenetz waschen, damit es sich nicht auseinanderzieht. Schleuderprogramm ausschalten. Nach dem Wasch- und Spülgang das Schleuderprogramm mit der vollen Drehzahl einstellen, so wird das Strickstück nur gepresst und nicht gewrungen. Das erhält die Form und schon die Fasern.
Obwohl ich als bekennende Metallerin ziemlich fest stricke, dehnt sich der Nut-Hap und wird recht lang.
Wer also weniger der angegebenen Garne hat, schlägt einfach weniger Maschen an. 50 Maschen weniger ergeben immer noch eine ansehnliche Länge.

Vielfach war in den Projekten auf Ravelry zu lesen, dass die angegebene Methode für den Italienischen oder runden Anschlag extrem zeitaufwändig ist. Dem kann ich nur zustimmen. Ich benutzte dafür diesen Italienischen Anschlag von MP. Gerade bei dieser Maschenmenge behält man nicht nur den Überblick, sondern die runde Kante wird auch schön gleichmäßig. Ich konnte trotz des 680-Maschen-Anschlags bereits nach 40 Miniten mit dem Rippenmuster beginnen.

Weitere Tipps:

  • Erst einmal das Video komplett anschauen, um sich einen Überblick zu verschaffen
  • die verwendete Nadel für den Anschlag sollte mindestens 100cm lang sein, besser noch länger. Für das Abstricken der ersten Anschlagreihen habe ich eine Nadelstärke kleiner genommen, also 3,5mm statt 4mm
  • Bei der Methode aus dem Video wickelt man den Faden 340 mal um die Nadeln. Ich empfehle einige Wicklungen mehr, in der ersten Abstrickreihe kann man die überzähligen Maschen einfach fallen lassen. Es kommt jedoch ohnehin nicht auf die genaue Maschenzahl an
  • Beim Stricken der ersten Reihe der Wicklungen setzt man sich am besten alle 50 Maschen einen Marker (Kontrastfaden), damit behält man den Überblick beim Zählen besser

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