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Er hat es nicht geschafft

Unseren Hector hatten wir sehr alt und sehr krank übernommen, aber das wussten wir nicht. Er wurde von der Vorgängerfamilie Knall auf Fall in der Katzenstation abgegeben.
Es stellte sich beim Tierarztbesuch heraus, dass die Papiere gefälscht waren und das Tier eher 15 als 5 Jahre alt war. Eine Zahnoperation brachte es an den Tag: entzündete Zahnstümpfe, die schon die Niere sehr vergiftet hatten. Die roten Blutkörperchen waren nicht mal kleinfingerbreit im Serum zu sehen.
Der Tierarzt machte uns keine Hoffnung, dass er sich wieder erholt. Immerhin konnte er noch etliche Wochen frei von Zahnschmerzen leben. Dem Angetrauten gebührt der Verdienst der Intensivpflege, er hat dem Tier bis zu 10mal täglich Medikamente verabreicht. Ich übernahm die Morgen- und Abendstunden und die Fütterung mit Spezialnahrung, die dem Tier nicht schmeckte.
Hector fraß reichlich, sogar vom Teller seines Kumpels Yoda, und zwar frischen gefrorenen Fisch am liebsten. Dennoch hat er innerhalb weniger Tage rasch abgenommen. Die Medikamente haben nicht mehr geholfen,die Vergiftung war zu weit fortgeschritten. Aber wir wollten ihm die Chance geben.

Den letzten Nachmittag hat er in der Sonne verbracht, die Abendstunden an mich gekuschelt, nachdem ich ihn hinter der Waschmaschine gefunden hatte, wo er sich verkrochen hatte. Er ahnte bereits sein nahendes Ende. In der Nacht atmete er nur noch schwach und tat den letzten Schnaufer um halb sechs in der Frühe.

Obwohl er nur vier Monate bei uns war, ist er uns sehr ans Herz gewachsen. Schade, dass wir ihn nicht retten konnten, aber wir hoffen, dass die Zeit bei uns ihm gefallen hat.

Hier noch ein Bild aus besseren Tagen: gerne lag er im Schal mit Körperkontakt und ließ sich durch die Gegend tragen.

TragesackK

4 Gedanken zu „Er hat es nicht geschafft

  1. simone sagt:

    Das treibt mir die Tränen in die Augen…

    Gut, dass er bei euch noch Liebe erfahren durfte!!!

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    • LanArta sagt:

      Simone, vielen Dank für dein Mitgefühl!
      Die Leiterin des Tierheims hat auch geweint und erzählte, der arme Bursche habe in seinem Leben schon so viel mitgemacht.
      Mich nimmt es mit daran zu denken, dass es wohl vielen Tieren übel ergeht.

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  2. LanArta sagt:

    Danke für dein Mitgefühl, Conny!

    Das nehmen wir auch an, dass die Vorgänger die Kosten gescheut haben. Besonders verübeln wir einem Tierarzt, dass er die Papiere gefälscht hat. Das haben wir zum Anlass genommen, gleich noch eine Untersuchung auf Katzenseuchen machen zu lassen, damit er den Yoda nicht ansteckt. Zum Glück hatte er nichts dergleichen.
    Gut, dass ich Weihnachtsgeld bekommen hatte, das floss voll in die medizinischen Kosten.
    Aber wir bereuen es nicht. Immerhin konnte er auch ohne Zutun sterben, für’s Einschläfern hätten wir uns nur ungern entschieden.

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  3. Connie sagt:

    Das ist aber wirklich traurig – aber Hector hatte noch 4 Monate voller Zuwendung und liebevoller Pflege bei euch;

    Wahrscheinlich hat die Vorgängerfamilie die Tierarztkosten gescheut….

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