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Eins für jeden

Nachdem Hector den Zickzackkorb annektiert hatte, war klar, dass auch Hermes eine eigene Behausung braucht. Wobei ich schon ahne, dass auch diese nicht sortenrein, also von einer bestimmten Katze, verwendet werden wird.

Bei Supergarne beschaffte ich 300g in Natur und 200g in Smaragd. Während des Strickens merkte ich bereits, dass dies nicht reichen würde und kaufte im örtlichen Wollgeschäft zwei Knäuel Feltro von Lang zum fast gleichen Preis, wie die 500g von Supergarne. Ja, und da wundern sich die Läden, dass so oft aufs Internet ausgewichen wird. Ich kaufe gerne im Laden, aber bei einem vierfachen Preisunterschied …
Gegen Abend war klar, dass bei meinem Design auch der Zukauf nicht reichte, und ich tauchte in meine Vorräte ab, um filzbares Garn zu suchen. Wurde fündig und kombinierte 5-6 Fäden aus Schurwolle, Alpaka, Mischgarn in allen Stärken beim Dach der Katzenhöhle.

Wie fast bei allen Filzsachen arbeitete ich kraus-rechts und mit großer Nadelstärke, um maximale Dichte und Standfestigkeit zu erlangen.
Und auch, wenn es manche nicht mehr lesen mögen: das beste Filzergebnis gibt es, wenn man mit großen Nadeln strickt, ich hatte es hier schon ausführlich erläutert, warum das so ist.

Wie man am Foto sehen kann, habe ich bei meinem Experiment “Stricke eine Katzenhöhle aus der Lamäng” den Eingang der Höhle oben zu spät geschlossen und statt dessen ein Vordach als Designelement hinzugefügt 😉

Hier ein Rezept zum  Nacharbeiten, und nein, ich schreibe keine ausführliche Anleitung.
Die Größe basiert auf der Maschenprobe des von euch verwendeten Garns. Wie man sehen kann, filzte alles vom Billiggarn über die Luxusfäden bis hin zum selbst Zusammengeknäuelten gleich gut, dank genügend Platz zwischen den Maschen für den Filzvorgang.

  • Filzgarn mit ca. 100m / 100g (bei mir waren es ca. 700g),
    Nadelstärke 8mm, für den Anfang habe ich ein Nadelspiel genommen, dann eine Rundnadel, 80cm lang
  • Boden in Runden von innen nach außen stricken, wobei in jeder zweiten Runde links gestrickt wird, um kraus-rechts zu erhalten
  • 8 M in bevorzugter Methode anschlagen (wer noch nie von innen nach außen gestrickt hat: im Netz nachgucken, es gibt viele Methoden)
  • Jede M verdoppeln, dann eine Runde links
  • In jeder 2. Runde gleichmäßig 8 M zunehmen, bis man einen Kreis hat, der ca. 40% größer ist, als die gewünschte Bodenfläche der Katzenhöhle, da der Schrumpffaktor beim Filzen 35-45% beträgt.
  • Nun für den Höhleneingang 1/8 der Maschen abketten. Ja, nur 1/8, ich hatte mehr abgekettet, was hinterher bei der Höhe Probleme bereitete
  • In Reihen weiterarbeiten (kraus-rechts): 16 – 20 Reihen ohne Zunahmen arbeiten
  • a) Für die Kuppel 7 M verteilt auf der Vorderseite abnehmen, 5 Reihen drüberstricken
  • b) gleichzeitig je 1 M am Anfang und Ende jeder zweiten Reihe für den Höhleneingangsbogen zunehmen
  • a) und b) 6 Mal wiederholen
  • a) Für die Kuppel 7 M verteilt auf der Vorderseite abnehmen, 3 Reihen drüberstricken
  • b) gleichzeitig je 1 M am Anfang und Ende jeder zweiten Reihe für den Höhleneingangsbogen zunehmen
  • a) und b) 5 Mal wiederholen
  • Nun zähle alle Maschen mit Ausnahme der zugenommenen Maschen für die Höhlenöffnung (also gesamte Maschenzahl minus 22 M)
    Teile das Ergebnis durch 7 und du erhältst die Maschenzahl für das achte Achtel, um den Höhleneingang zu schließen. Ziehe von dieser Maschenzahl 22 M (die du schon hast) ab, dann erhältst du die Maschenzahl, die du anschlagen musst, um die Öffnung zu schließen.
  • Nun wieder in Runden arbeiten. Nach der Runde (rechte Maschen), mit der du den Höhleneingang geschlossen hast, eine Runde links arbeiten.
  • 8 M gleichmäßig verteilt über die Runde abnehmen und 3 Runden ohne Abnahmen arbeiten.
  • 6 Mal wiederholen
  • In jeder zweiten Runde 8 Maschen gleichmäßig verteilt abnehmen, bis ca. 6-8 M übrig sind. Ich habe mit dem restlichen weißen Garn noch ein Zipfelchen gearbeitet, damit’s weg ist, aber man kann auch einfach aufhören.
  • Wer will, kann auch noch Zwiebeltürmchen oder andere Abwandlungen stricken, ich hatte es zunächst vor, war aber dann froh, dass ich mit dem Garn ausgekommen bin, für anderen Schnickschnack war nichts mehr übrig.
  • Gefilzt habe ich wie üblich bei einem vollen Durchgang der 60-Grad-Wäsche (Feinwäsche mit höherem Wasserstand, mit Kurzschleudern mit 700 Umdrehungen) Wie bereits im früheren Beitrag erwähnt: hochtouriges Schleudern verursacht irreversible Knicke.
  • Zum Trocknen habe ich Luftpolsterfolie zur Formung in die Höhle gesteckt, das Feintuning der Kuppel wurde mit Handtüchern bewerkstelligt.

Was man oft lesen kann: “Ich habe aber keinen Toplader, wo ich überprüfen kann, wann das Teil richtig gefilzt ist.”
Nun: ich halte das für ein Luxusproblem.
Zum einen: wer auf Maß filzen will, soll vorher eine Maschenprobe machen, diese in der üblichen 60-Grad-Wäsche mitwaschen, den Schrumpffaktor errechnen und dann die erforderlichen Maschen und Reihen/Runden berechnen, wie üblich.
Zum anderen: in der 60-Grad-Wäsche schrumpft das Strickstück (mit Nadelstärke 8mm verstrickt) um 35 – 45% und erhält dadurch eine standfeste Dichte. Wozu zwischendrin nachsehen?
Wer weniger Schrumpfung möchte: dünnere Nadeln nehmen oder bei 40 Grad waschen.

So sieht die Katzenhöhle ungefilzt aus, mit den beiden Schuhpaaren, die mit in die Waschmaschine kamen.

 

Nach dem Filzen war klar, dass die Öffnung zu groß war und dadurch die Geometrie beschädigt (siehe in Beschreibung).
Daher habe ich durch Falten des überschüssigen Materials Stabilität und Symmetrie erzeugt.

Das überschüssige Material hätte am vielleicht auch abschneiden können, vielleicht mache ich das noch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Bild von der Grundfläche

 

 

 

Hier sieht man, dass Billiggarn, Teuergarn und zusammengewickeltes Garn gleichermaßen gut gefilzt haben. Und beim Zusammenwickeln hatte ich irrtümlich auch ein Acrylgarn mitverarbeitet.

 

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