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Mottenfraß – aber mit Stil !

Warme Winter und kühle Sommer haben noch andere Folgen als negative Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden, die Vegetation oder das globale Gleichgewicht.

Zweimal im Jahr wechsle ich den Mottenschutz bei meinen Strickbildern, einmal jährlich kommen sie in die Wäsche oder werden abgesaugt.
Der Mottenschutz – Mottenpapier – kommt zwischen das Gestrick und dem Hintergrund aus Bühnenmolton, das nicht entflammbar aber auch nicht mottensicher ist. Bei Frost stelle ich alle Bilder ein paar Tage ins Freie, bzw. im Sommer in die glühende Sonne.

In diesem Jahr erwartete mich eine unangenehme Überraschung bei zwei Bildern. Die Motten hatten es sich trotz umfassendem Schutz gut gehen lassen.

Das Coriolis Bild zeigt sich hier noch in unberührter Pracht.

Nun prangen mitten auf dem Bild (das mittags voll von der Sonne von links beschienen wird), riesige Löcher. Das Bild hat auf der Rückseite 1,80m Mottenpapier nahezu flächendeckend angeheftet.

Nager2 Nager1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Löcher zeigen sich umlaufend am Rahmen, der 4,5cm dick ist. Zwei Löcher mittig auf dem Bild habe ich schon gestopft.
Das Garn ist übrigens die Life-Style der Marke Zitron.

Dieses Bild war nicht das einzige, auch Auenland musste dran glauben, ebenfalls am Rand. Hier habe ich 25 Löcher zuerst mit Nagellack vor der Ausbreitung gestoppt, dann gestopft.

Die Abbildung zeigt, wo auf der Oberkante die Larven gehaust und gefressen haben. Die Häufchen sind die Ausscheidungen, praktisch Wolle in anderem Aggregatzustand.

Detail

 

Die Flächen außen waren ganz unberührt, das Molton war anscheinend ein beliebter Nistplatz.

MottenlarvenMoltonK

 

 

 

Übrigens habe ich weder in den Kleidern noch in den Wollvorräten Mottenbefall entdecken können. Beim ersten Frost werde ich jedoch unverzüglich alles ins Freie stellen, um eventuellen Larven den Garaus zu machen.

 

 

Das Auenland-Bild war mit verschiedenen Garnarten gestrickt worden, darunter viel Schurwolle. Mittlerweile ist bei den Bilderstrickerinnen bekannt, dass man als Arbeitsmaterial besser Baumwolle oder andere nicht eiweißhaltige Garne benutzt, gerne auch Kunstfaser.
Spannend ist, dass ein Bild – ebenfalls aus verschiedenen Wollmischungen – gar nicht betroffen ist, obwohl es eher dunkel hängt. Lange habe ich mir darüber Gedanken gemacht, warum dieses anscheinend keinen Reiz auf Mottenmütter ausübt, und bin zu folgendem Schluss gekommen:

Die beiden stark befallenen Bilder hängen direkt über dem Sofa, bzw. an unserem Essplatz. Hier setzen sich besonders viele Hautschuppen der sich dort aufhaltenden Menschen ab, die für die Mottenmama ein sicheres Indiz für ausreichende Nahrungsquellen bilden.

Über kurz oder lang müssen an diese Stellen andere Bilder gehängt werden, diesmal aber aus Pflanzen- und Kunstfasern.

 

 

 

 

 

 

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