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Wurde nichts aus den Zweien

Das Projekt wurde “Die Zwei” genannt, womit ich nicht die gleichnamige Sendung aus den Siebzigern meinte. Die mit den beiden Hauptdarstellern Tony Curtis und Roger Moore, wobei Tony Curtis eindeutig mein Favorit war.
Meine Familie hatte ein Einsehen und schenkte mir die Komplettausgabe als DVD. Aber das ist eine Geschichte, die ein andermal erzählt werden will.

“Die Zwei” sind zwei wunderbare Garne, die ich als Weihnachtsgeschenk bekam, von Kerstin und frieda, also die zwei, bzw. von diesen beiden. Das ist jetzt also geklärt.
Mit den beiden Garnen wollte ich das Kleid Laneway stricken, die beiden Garne schienen mir gut geeignet und 200 Strickerinnen können schließlich nicht irren, oder? Und ich mag diese Art Tunika-Kleid mit Taschen, wo man das Mobil-Telefon oder Schlüssel mitnehmen kann.

Mit diesem Garn habe ich unverdrossen begonnen, merkte aber schon nach dem Ausschnittteil, dass dieser bei mir nicht gut aussieht.

Also wurde aufgetrennt und modifiziert:

  • den Maschenanschlag machte ich als sog. Runden oder Italienischen Anschlag
  • weil trotz der Verwendung einer 2,5mm-Nadel die Rippen nicht gut aussahen, habe ich auf der linken Seite die rechten Maschen verschränkt gearbeitet. Das sah gut aus und verhinderte eine breitgezogene Dehnung
  • Wie die Designerin auf die Idee kam, gleichzeitig die Zunahmestelle und den Farbwechsel an prominenter Stelle auf der Vorderseite zu legen, entzieht sich meiner Kenntnis. Das sah ja nur scheußlich aus.

     

  • Ich habe daher den Rundenbeginn an die Rückseite, in Rückenmitte gelegt und mit der Methode von Techknitter die Streifenübergänge gestaltet.
    Hier sieht man das Projekt ungewaschen, nach dem Anfeuchten ist der Übergang so hauchfein, dass man kaum noch ein Treppchen bemerkt.
    Jedenfalls sind die Raglanlinien nun unbeeinträchtigt von optischen Brüchen

 

 

 

  • Die Zunahmen an den Raglanlinien machte ich nicht mit den vorgeschlagenen Tiefer gestochenen Maschen, sondern aus dem Querfaden, nach rechts oder links geneigt. Das ergab eine harmonischere Linie.
  • Da ich aus Erfahrung weiß, wie sich unschöne Falten ergeben, wenn die Raglanlinien für Ärmel und Körper ohne Zwischenmaschen geschlossen werden, habe ich zusätzliche Unterarm-Maschen aufgenommen. Gerade bei Frauen mit Busen von Format würde ich das dringend empfehlen. Die Falten bilden sich entweder oberhalb der Brust, an den Ärmeln oder unter der Achsel. Wer sich die Projektbilder bei Ravelry ansieht, kann das genau beobachten.

Nachdem das Projekt einige Wochen lag, kamen mir Zweifel.
Ich befürchtete, dieses ewige Stricken in glatt rechts würde mir bald keinen Spaß mehr machen.

Und ich war mir nicht mehr sicher, dass mir das Kleid stehen würde.
Die schönen Garne hatten ein besseres Schicksal verdient, und so wurde alles wieder aufgetrennt.

Es entstand bereits eine Maschenprobe für ein nächstes Vorhaben.

 

 

4 Gedanken zu „Wurde nichts aus den Zweien

  1. Ingrid sagt:

    Wolle und Anleitung liegen parat und ich werde den Laneway demnächst anstricken. Ich würde gar keinen provisorischen Anschlag machen. Wenn man die Maschen später aufnimmt, gibt das noch zusätzlichen Halt, was bei dem relativ weiten Halsausschnitt sicher nicht schlecht ist.
    Was meinst du mit auf der Rückseite verschränkten Maschen? Das Halsbündchen wird doch in Runden gestrickt und sowieso mit verschränkten Maschen gearbeitet.
    Ich hoffe mal, dass mein Versuch glücklicher endet.
    Obwohl der Anfang bei dir doch recht gut aussieht.
    LG
    Ingrid

    Antworten
    • LanArta sagt:

      Hallo, Ingrid,

      danke für deinen Kommentar!
      Beim Halsausschnitt gibt es definitiv mehrere gelungene Lösungen. Ich habe mit dem Italienischen oder runden Anschlag begonnen, nicht provisorisch, da stimme ich dir zu.
      Da müsste ich tatsächlich nachschauen: das Halsbündchen wird verschränkt gestrickt? Alle Maschen?
      Wenn ich den Laneway mochmal in Angriff nehme, werde ich das bestimmt berücksichtigen.

      Ich drücke dir in jedem Fall die Daumen, dass dein Modell gelingt.

      Viele Grüße

      Michaela

      Antworten
  2. Ina sagt:

    Ich stricke im Moment diese Tunika auch. Nach mehreren Versuchen bin ich mit der Ausschnittlösung auch voll auf dem Kriegsfuss. Ich habe bisher einen provisorischen Anschlag gemacht und erst einmal das Hauptteil gearbeitet.  Deine Idee mit den verschränkten Maschen gefällt mir gut. Ich war auch schon am überlegen nur einen Rollrand zu stricken. Da die Ausschnitthöhe nicht wirklich schön ist.

    Auch ich kenne es nicht anders als unter dem Arm Maschen zu zunehmen und habe dies auch getan.

    Ich werde an meinem Teil weiter arbeiten. Bin allerdings schon verärgert eine Anleitung gekauft zu haben die hinten und vorn nicht wirklich funktioniert und umgerechnet werden muss.

    Für dein neues Projekt aus dieser wunderschönen Wolle wünsche ich dir mehr Erfolg.

    Alles Liebe

    Ina

    Antworten
    • LanArta sagt:

      Hallo, Ina,
      das mit dem provisorischen Anschlag ist auch eine super Lösung. bei Rollrand müsste noch eine Festigung dazu, der kann sich bös dehnen.
      Nach meiner Meinung zieht sich der Ausschnitt zu weit zu den Schultern, d.h., es sind vorn und hinten zu viele Maschen.
      An vielen Trägerinnen sieht das ganz gut aus, aber an mir nicht. Ich finde die Tunika auch sehr pfiffig und bin schon gespannt auf deine Variante.

      Ich werde mit dem Garn eine Anregung aus Allison Ellens Buch aufgreifen. Dazu habe ich eine praktikable Methode, Entrelac zu verbinden, ohne dass es wulstig wird. Dazu muss ich aber noch eine Fotoserie machen.

      Viele Grüße
      Michaela

      Antworten

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