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Allzeit bereit

So ist der deutsche Name von Hitofude, genau genommen, mein Name für das Jäckchen. Wie kommt es dazu?
An meiner Arbeitsstelle muss ich immer wieder zwischen Produktion und Büro wechseln.
Zum Betreten der Produktion ist hygienisches Outfit angesagt, das heißt: Haarnetz aufziehen und alle Haare darunter verstecken, weißen Labormantel anziehen, Hände Minimum 30 Sekunden desinfizieren. Die Sicherheitsschuhe zieht man sich möglichst schon gleich morgens bei der Ankunft an.
In der Produktion hat es in der Sommerzeit 35-40 Grad Celsius, im Büro ist es etwas kühler, und allzeit offene Fenster erfreuen uns Frischluftfanatiker. Ein nicht allzu warmes Jäckchen, das die Zugluft etwas abhält und in das man schnell heraus- und hineingeschlüpft ist, kann nichts schaden.

Obwohl die Anleitung ganz nach meinem Geschmack ist (Bilder da, wo nötig, Schnittzeichnung mit Bemaßung, Diagramme für das Muster), gibt es etwas, was mir nicht gefiel: die Anleitung für die Randmaschen an den Vorderkanten.
Rechts an der Kante bemerkt man, wie schlaufig sie werden. So habe ich früher die Kettrandmaschen auch gemacht, aber das ist Jahre her.

Links kann man die Optik meiner Methode sehen:
Vorgehen: letzte Masche (Randmasche) rechts verschränkt stricken, erste Masche (Randmasche) links stricken.

 

Genial der geringe Garnverbrauch von 345 gr für Größe 44-46. Tja: Löcher verbrauchen halt kein Material.
Die Nadel mit der Spirale ist tatsächlich von Bischuu Brischitt, in der Abteilung für Haarschmuck erstanden, 4,95 €. Ich habe gleich welche in gold- und silberfarben gekauft.

Hier noch verschiedene Blickwinkel auf die Jacke, und unten im Kasten noch einige Details.
Spannend, wie die verschiedenen Lichtverhältnisse – alle innerhalb 20 Minuten – eine mit Weißabgleich eingestellte Kamera zu verschieden farbigen Bildern veranlassen. Es ist auch tatsächlich so, dass die Wolle einmal blau, einmal grün und einmal grau wirkt, je nachdem, welche Art Licht darauf fällt. Das kann am Seidenanteil des Garns liegen, der das Licht immer wieder anders spiegelt.

Nach Fertigstellung von Hitofude habe ich meine angefangenen Projekte ausgepackt, um zu sehen, welches ich als nächstes beenden will. Uahhhh! Eins wird demnächst fertig: ein Geburtstagsgeschenk für den bald 5-jährigen Neffen. Und nein, Almut, du brauchst gar nicht zu spickeln, ich zeige es frühestens am Geburtstag 😛

Dann mehrere angefangene Sachen, bei denen ich wirklich bezweifle, ob der Enthusiasmus, mit dem ich sie begonnen habe, bis zum Ende vorhält. Über einen Swingcoat (A-Linie, quergestrickt) berichte ich demnächst.
Das zweite Teil langweilt mich mittlerweile aus verschiedenen Gründen. Das Garn ist aber so schön, dass ich es bald verarbeiten möchte. Das Projekt ist raglanoid und rundgestrickt, viele Reihen glatt rechts mit wenigen Unterbrechungen.
Nummer drei muss bis zum August fertig werden. Ein Dauerbrenner, den ich seit meinem Islandbesuch vor fünf Jahren vor mir her schiebe.
Ein etwas exaltiertes Modell macht im Grunde Spaß, ich muss mich aber wieder hinein finden. Ich hatte es für ein Geburtstagsgestrick unterbrochen, und nun drücke ich mich davor auszuklamüsern, wo ich eigentlich aufgehört hatte. Das Muster ist von der unübersichtlichen Sorte, ich hatte sogar der Designerin gemailt und nach der Vorgehensweise gefragt (die ich dann geändert habe). Außerdem habe ich an drei verschiedenen Stellen gleichzeitig gestrickt. Man darf gespannt sein, ich bin es auch.

Ein Sommerpulli ist Nummer fünf. Macht Sinn, an diesem weiter zu stricken, ist aber eine ähnliche Situation wie Nummer vier: eigene Änderungen, keine Ahnung mehr, was ich da beabsichtigt hatte. Meine Mitschriften werden oft auf Rückseiten von Einkaufszetteln gemacht, seit mein schönes Büchlein, seinerzeit ein Geschenk von Frau Strickreich, vollgeschrieben ist.
Ich verrate soviel: ursprünglich wollte ich mit drei verschiedenen Minder-/Restmengen von Garn eine Art Missoni-Modell machen. Es sah aber nicht gut aus, ich werde in einem der kommenden Beiträge darauf eingehen.

Sechs, sieben und acht lasse ich mal außen vor, das sind teils Häkel-, teils Stickarbeiten, die außer Konkurrenz laufen.

Muster: Hiroko Fukatsu, Hitofude bei Ravelry (nur auf Englisch)
Garn:

Werkzeug und Zubehör:

  • 1 Rundnadeln 3,5mm

Größe:

  • L, d.h. Brustumfang ca. 110cm, hinten 70cm lang, vorn 60cm lang

Anmerkungen:
Die Anleitung ist gut beschrieben, mit einer Schnittzeichnung versehen und einem Musterdiagramm. Das liebe ich, kein ausschweifendes Geschwafel über jeden Arbeitsschritt.
Meine Änderungen:

  • zwei Musterrapporte mehr plus Bündchen für lange Ärmel
  • verschränkte Rechtsmaschen statt 1re-1li-Rippenmuster
  • das sog. Abketten mit drei Nadeln (tree-needle-bind-off) mache ich meist anders: die Maschen werden nicht überzogen gestrickt, sondern ich ziehe einfach die Masche der vorderen Nadel über die hintere und die hintere über die Masche der vorderen im Wechsel, das gibt der Naht Festigkeit und empfiehlt sich insbesondere für Schulternähte.
  • Mehr Rapporte in der Länge: die Gruppen C, D und E habe ich je dreimal gestrickt
  • Änderung der Randmaschen
  • Tipp: wer dickere Arme hat, strickt einfach 1-2 Rapporte in der Höhe mehr, auf das weitere Vorgehen hat das keine Auswirkungen. Die Weite kann man mit Bündchen oder einer gehäkelten Kettmaschenreihe einhalten.

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