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Im Flauschrausch auf der h+h Cologne

Schmerzende Füße, Flimmern vor den Augen, unzählige Design-Ideen im Kopf – das ist das Ergebnis meines Besuchs der h+h in Köln, große internationale Fachmesse für Handarbeit und Hobby. Aber hallo: daher kann ich der Leserschaft auch etwas erzählen, im Grunde genügend, um mehrere Blogbeiträge zu füllen.

Eingeladen wurde ich von der Initiative Handarbeit, der Adresse für alle, die leidenschaftlich gerne stricken, nähen, häkeln oder sticken – und für alle, die es gerne lernen wollen, und ein Verband, in dem sich die führenden Anbieter der Handarbeitsbranche zusammengeschlossen haben.

Die Messe ist nur für Fachbesucher*innen. Es werden die neuesten Trends für die kommende Frühling/Sommer bzw. Herbst/Winter Kollektion vorgestellt.
Die Aussteller sind Hersteller von Produkten fürs Selbermachen, also Wolle, Garne, Strick- und Häkelnadeln für die Wollwerker. Beim Nähen sind es die Stoffe, Nähgarne, Schnittmuster und auch Maschinen zum Nähen, Sticken, Quilten. Daneben Zubehör: Glitzergarne, Pailletten, Bordüren, Spitzen, Kordeln, Knöpfe, Scheren, Bücher, Schnitte, Zeitschriften.

 

Ich als Bloggerin und Endverbraucherin kann auf der Messe nicht einkaufen, das können nur Händler, Gewerbetreibende. Dennoch bin ich nicht mit leeren Händen zurück gekommen. Gerne lasse ich die werte Leserschaft an meinem Besuch teilhaben, denn ich bin ja Multiplikatorin auf dem Blog, in Foren, auf Ravelry und Stricktreffen.

Unterwegs auf der h + h

Ich konzentrierte mich beim Besuch hauptsächlich auf Garne, Strickzubehör  und Stricktrends und mäanderte die Stände in vier großen Hallen entlang. Große und kleine Garnhersteller präsentierten an liebevoll und professionell gestalteten Ständen ihre Preziosen. Wer meine Projekte verfolgt weiß: ich bin kein Garnsnob. Edle Garne, oft als Geschenk bekommen, haben eine lange Verweildauer im Vorrat, um sie zu genießen, optisch und haptisch.

Und hier konnte ich schwelgen und die gesamte Palette der Garne beschauen und befühlen, bis auf das Yak-Garn, das in Glasvitrinen unter Verschluss gehalten wurde. Nicht nur am Schachenmayr-Stand konnte man die Garne sogar anstricken, was die Verweildauer sehr erhöhte. Zufällig war ich da, als Arne und Carlos interviewt wurden, zwei lustige Kerle, die ich mir viel größer vorgestellt hatte.

Bildquelle https://schachenmayr.com/de/news-events/designer-kooperationen/arne-carlos

 

Neben den attraktiven anzustrickenden Garnen, häufig in Naturfarben hielt Schachenmayr hervorragenden Kaffee und Wasser bereit, unabdingbar für den Messe- Marathon.

Neben Garnen, Wolle und Strickzubehör sind Fachbücher zum Doityourself (DIY), also Selbermachen eine Leidenschaft von mir, daher steuerte ich gleich den OZ-Verlag an. Hier konnte ich in den neuesten Zeitschriften und Büchern blättern und hätte gern den ganzen Tag verweilen können. ImOZ-Shop kann man virtuell in die Zeitschriften linsen, so dass die Katze im Sack der Vergangenheit angehört. (Klicken auf die Bilder vergrößert).

 

 

Sylvie Rasch ist ein Tausendsassa. Ob Strickbücher, Youtube-Anleitungen, Muster-Anleitungen: Sylvie kann es. Nun hat sie auch spezielle Stricknadeln mit Addi zusammen entwickelt, die Addi Crasy Trio Nadeln. Ich habe sie ausprobiert und bin positiv überrascht. Bei mir geht es noch nicht so flüssig wie beim Nadelspiel, aber das Drei-Nadel-Rundstricken schlägt die Magic-Loop-Methode um Längen und ist auch nadelschonender. Hier stellt Sylvie euch die Nadeln vor, demnächst auch in der Bambus, bzw. Holz-Ausführung.

 

Bei den Garntrends hält die Ökologie immer mehr Einzug. Nicht nur optisch mit ungefärbter Wolle, sondern auch mit unbehandelten Garnen, Recycling-Pflanzen-Garne und Wolle zertifizierter Herkunft mit Nachweis, dass die Tiere beim Haargewinn nicht leiden oder Mulesing erdulden müssen. GOTS zertifizierte Garne werden nachgefragt und hergestellt.
GGH – Reva hat mich als Garn aus wiederverwerteter Baumwolle optisch und preislich überzeugt, ebenso Katia mit Fair Cotton und Recycled. Zu Katia werde ich noch einen eigenen Bericht schreiben.
Auch Austermann mit der Biola, die ich schon verstrickt habe, reiht sich in die GOTS-Zertifizierungen ein.

Beim Bloggertreffen der Initiative Handarbeit wird berichtet, dass die Kreativen immer jünger werden und der Trend zum Handarbeiten, zum kreativ sein steigt. Die Erhebungen zeigen an: am meisten werden Kleidung und Accessoires hergestellt, und zwar zunehmend auch von jüngeren Kreativen. Dadurch steigt auch der Umsatz in der Branche.

 

Das zeigt sich auch in der Trendwende bei den Handarbeitszeitschriften und Büchern. Sie sehen mittlerweile eher aus, wie Magazine, die wir aus dem angelsächsischen Raum kennen. Wie früher Anny-Blatt- oder Georges-Picaud-Hefte. Wobei ich inhaltlich bei den derzeitigen Heften oft sehe: alter Wein in neuen Schläuchen. Die Wollsäcke mit überschnittenen Schultern, die in meiner Jugend modern waren, feiern wieder fröhliche Urständ. Aber ohne mich.

Die jüngere Generation begibt sich auch in Gefielde, mit denen ich bisher nicht so eng in Kontakt kam, aber das Pompom-Bild hat mich schon beeindruckt

 

Für jede Garn-Liebhaberei war etwas dabei: unbehandelte und ungefärbte Naturgarne, veredelte Mischungen aus hochwertigen Fasern in großer Farbpalette, Verlaufsgarne – vor allem gewickelte Cakes – und Mohair, viel Mohair. Nicht mehr die kratzige Variante, die wir aus den 90-ern kennen, sondern zartweich.

Natürlich gab es auch die  bewährten Sockengarne in den Trendfarben und neuen Musterungen, und dazu passendes Nadelwerk, wo  man herzlich eingeladen wurde, die neuen Entwicklungen zu testen.

Stichwort Farbverlaufsgarne:

 

Der Schoppel-Stand war fest in der Hand von Händlerinnen, die Ware für ihre Shops orderten.
Keine Chance, Fragen zu stellen, daher sah ich mich um und entdeckte dieses Modell. Ganz im Stil von Svetlana Gordon. Zuhause schrieb ich Schoppel an und fragte nach der Anleitung. Ganz nett kam die Auskunft, die Jacke würde im nächsten “Knit the Cat”-Heft veröffentlicht, es sei von einer hierzulande unbekannten Designerin …

 

 

 

Nur derVollständigkeit halber: für Maschinestrickerinnen mit Standard-Nadelabstand gab es explizit sehr wenige Garne.

China, Japan und die Türkei zeigten hauptsächlich Kunstfasergarne, die in vielen Ländern sehr beliebt sind, weil die einfach bestimmten Wasch- und Trocknungsmethoden standhalten müssen. Man darf sich von den schlimmen Qualitäten früherer Zeiten verabschieden, viele Kunstfasergarne sind optisch ununterscheidbar von Naturfasern, sogar beim Anfühlen kann man sich täuschen.

Fashion-Show

Schon nach den ersten Stunden wusste ich: besser hätte ich zwei Tage eingeplant, um wirklich alles würdigen zu können.Beginnen wir daher mit den Stricktrends, die an der Modenschau präsentiert wurden und sich an den Garnständen wiederspiegelten: Designs eher klassisch und unkompliziert, Natur- und Erdfarben durch kräftige Nuancen unterstrichen, flauschige Garne, dezente Musterung. Ein wenig wie die 80-er, aber nicht so schrill.

Bloggertreffen

Auf das Treffen habe ich mich schon sehr gefreut. Es fand in MyLovelyLivingroom statt und zum Aufwärmen gab es eine rustikale Brotzeit. Das frische Brot duftete herrlich, und die Getränke aus Kräutern, Gurken und Wasser waren köstlich und erfrischend.

Ich erkannte etliche der Strick- und Nähbloggerinnen. Da ich nicht der Selfie-Typ bin, müsst ihr mit einem Bild von mir auf der h + h im nächsten Bericht vorlieb nehmen.

In einem interessanten Gespräch wurden nicht nur die DIY-Trends vorgestellt, sondern auch die “Macherinnen” auf der h+h und vor allem meine Gastgeberinnen von der Initiative Handarbeit. Vom vorgestellten Nähprojekt berichte ich weiter unten.

Danach gab es zwei Events, einen für die Näherinnen, einen für die Strickerinnen. Für letztere standen mehrere Körbe mit Materialien von Sponsoren bereit. Man sah auch hier Trends: Fashiongarne wurden schnell genommen, Sockengarne in eher auffälligen Farben und Baumwolle blieb liegen.

Ich nahm ein Anleitungsheft von FILATI mit interessanten Sommermodellen mit und bediente mich beim übrigen Sockengarn. Das werde ich testen und in meine Charity-Projekte einarbeiten. Ein Garn mit Aloe Vera habe ich angestrickt: es fühlt sich an, als würden die Hände gecremt und während des Strickens gepflegt.

Bei den Näherinnen gab es eine schöne Stofftasche, Schreibblöcke, Nähzubehör. In die Stofftasche packte ich meine Garne, ein Maßband mit Inch und CM, einen Schreibblock und eine Handvoll Nähgarne.

Über die mitgenommenen Garne wird später  berichtet werden.

 

Beim nächsten Mal werde ich definitiv vorher Gespräche mit den Herstellern vereinbaren, spontan ist da kaum etwas drin. Und zwei Tage müssen es mindestens sein.

Was mich etwas betrübt hat: Taschenkontrolle vor dem Eintritt. Auch hier vorbeugend vor Terrorismus bei Großveranstaltungen. Und was auch nicht gelungen ist: die Akustik in der Caféteria. Man muss sich fast anbrüllen, wenn man sich unterhalten will. Das ist eine bauliche Schwäche, wo man die architektonische Optik der Zweckmäßigkeit untergeordnet hat.

Der Initiative Handarbeit möchte ich für die Einladung herzlich danken! Ich beobachte deren Website seit Beginn des Internets. Anfangs war sie eine der wenigen Informations- und Inspirationsquellen, deren hausbackene Aufmachung und etwas unübersichtliche Struktur gern verziehen wurde, weil man die unendliche Mühe und das Engagement der Beteiligten dahinter sah.
Und heute: supermoderne übersichtliche Aufmachung, die nahezu jede Zielgruppe begeistern kann. Besonders lobenswert finde ich einige Initiativen, wie beispielsweise die Aktion “Superheld”. Kinder helfen Kindern, indem sie Plüschtiere anfertigen und veröffentlichen. Für jeden veröffentlichten Kuschel-Superhelden werden 5 € von der Initiative Handarbeit an die SOS-Kinderdörfer gespendet. Das ist schon eine andere Hausnummer, wie die von mir kritisierte unsägliche Smoothie-Mützenkampagne des Coca-Cola-Konzerns.

Auch die Campagne “MachDeinDing2018” hat mich sofort angesprochen: ich durfte nämlich beim Bloggertreffen drei der feinen Rucksäcke bewundern, die nach dem kostenlosen Schnitt angefertigt wurden. Die Macherinnen gaben bereitwillig Auskunft, wie sie den vielseitigen Schnitt für ihre Zwecke kreativ ausgelegt hatten: mit verschiedenen Stoffen, Futterstoffen, Details, was das Herz begehrt. Bis zum 30. Juni kann man Bilder seine Wettbewerbsbeiträge einsenden. Ich werde mir auf jeden Fall die fertigen Rucksäcke auf Pinterest anschauen.

Für euch habe ich alle Bilder, die ich auf der h+h gemacht habe, auf meinen Ravelry-Account gestellt.
Wer mit anderen Besuchern vlogisch durch die Messe schlendern möchte, kann das hier in virtueller Form.

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