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Die alten Zwei und die neuen Zwei

Garntechnisch sind es die gleichen zwei. Nämlich Wolle von den beiden Damen frieda und Kerstin, die bereits in diesem Projekt – Die Zwei – zum Einsatz kam. Schnell stellte ich fest, dass Laneway mir nicht stehen würde, daher wurde es wieder aufgetrennt und das Garn neuer Bestimmung zugeführt – vor fast drei Jahren. Man ahnt es bereits: es ist das fünfte von zwölf UFOs, die im Schrank vor sich hindämmern. Und das halbe Dutzend mache ich auch gleich voll, dazu später weiter unten.
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Das Buch Knitting colour, structure and design  von Alison Ellen begegnete mit im Netz, und bald darauf hielt ich es auch physisch in Händen. Es führt die Technik des Modulstrickens von Horst Schulz auf neue Ebenen und zeigt, wie man mit Form und Farbe spielen kann. Meine Rezension findet ihr demnächst bei den Buchbesprechungen. Alison Ellen stellt einige Tragebeispiele für ihre Patchmuster vor, eines davon nahm ich als Anregung, eine Jacke mit diagonal angeordneten Rauten, bei denen im Vordergrund Wölbungen im Linksmuster sind, im Hintergrund Kontrastmuster in rechtsgestrickt, das immer wieder bei Bewegungen aufblitzt.

Zunächst wurde berechnet, wie ich die feinen handgefärbten Garne – Wollmeise und Heimatgarn, siehe unten – kombinieren kann. Was ich erst nach zwei Dritteln bemerkte: bei dem Wollschluckerle würde das Garn nicht reichten, und so kam das Projekt zu den anderen, die es auch nicht zur Vollendung geschafft hatten.
Letztens griff ich also blind eine Projekttasche und musste mich erneut mit dem Thema befassen, die wundersame Wollvermehrung hatte nicht stattgefunden. Jedoch fand ich weitere Geschenkgarne von Kerstin und führte ein neues Grün in die Farbpalette ein, die Flaschenpost von der Wollmeise. So hatte ich vom Heidigarn drei verschiedene Blaufärbungen, einen Wasserratz von der Wollmeise, ein Knäuel Sockengarn von Wolle-Rödel und nun noch die Flaschenpost, ebenfalls von der Wollmeise.

Die Module legte ich wie folgt an: die aufliegenden Biesen in einem der drei Blaufärbungen, die hintergründigen Furchen zu 2/3 in Wasserratz, zu 1/3 in Weinrot. Als ich das Strickstück weglegte hatte ich noch 2,5 Module zu stricken. 1,5 davon fertigte ich nach dem bisherigen Schema, das letzte machte ich mit Flaschenpost-Furchen, statt mit Wasserratz. Außerdem strickte ich das Nackendreieck mit aufliegendem Grün und umrahmte die Vorderteil-Kante mit der gleichen Farbe, so war die neue Farbe schon einmal im „Hauptteil“ eingeführt.

Yoda war erst einmal ratlos, worauf das wohl hinaus laufen sollte

Bei den Ärmeln verabeitete ich die Garne in Streifen nach der Methode „wenn weg, dann weg“. Ich begann von der Schulter her, da ich keine Vorstellung hatte, wie weit die ohnehin knappen Mengen noch reichen würden. Der Rest bis zum Handgelenk wurde mit Flaschenpost beendet. Eigentlich hatte ich vor, den ganzen Ärmel mit dem Handstrickapparat zu arbeiten, aber beginnend mit sechs Maschen zog das Gewicht des Maschenkamms alles zu Boden und die Maschen wurden lang und länger. Also arbeitete ich von Hand, bis genügend Gestrick vorhanden war, um am Apparat weiter arbeiten zu können. Den Handstrickern sei noch vermittelt: es bleibt einem nicht erpart, alle vier Reihen den Arbeitsfaden auszufädeln und die neue Farbe einzufädeln. Da ich nur einen Einbettfarbwechsler besitze, geschah das Ganze händisch mit entsprechendem Zeitaufwand. Aber das entlastete dann von dem öden 2re/2li-Stricken.

Fein, fein, fein, nun ist diese Jacke doch noch fertig geworden. Als Verschluss sind Magnete vorgesehen. Ich hatte sie mir bereit gelegt. Das war ein Fehler, nun sind sie unauffindbar.

Hier habe ich noch ein Schmankerl: die Umrandung – von außen angestrickt . sieht innen und außen gleich sauber aus, und zwar sowohl am Vertikalen als auch am horizontalen Rand. Rechts sieht man die Innenseite, die Blende verdeckt alle hochlaufenden Fäden vom Stricken mit drei verschiedenen Farben. Bei Gelegenheit mache ich einmal eine Fotoanleitung zu dieser schönen Verblendung von unsauberen Kanten.

Und dann darf ich damit angeben, das halbe Dutzend UFOs beendet zu haben, wie ich es mir in den guten Vorsätzen zum Jahresbeginn vorgenommen hatte. Die Jacke ist 5/12.
Nummer 6/12 wurde wieder aufgetrennt. Joaaah, werden einige sagen, von „beendet“ kann man dann aber nicht sprechen. Ich denke, doch. Es ist ein schwerwiegender und manchmal schmerzlicher Akt zu entscheiden, dass ein Projekt nicht in der Weise beendet wird, damit es als fertiges Strickstück vorliegt.
Lange wollte ich die Jacke „Shleeves“ stricken und habe auch mit dem schönen Wollmeisengarn „Unglücksrabe“ in Petrol, das ich von Angi geschenkt bekam, angefangen. So lange ich dran war, hatte ich Spaß. Wie man erkennen kann, hatte ich auch die Zunahmen gut gekennzeichnet, damit ich bei Wiederaufnahme gleich einsteigen konnte.

Dann ließ mich aber diese knüddelige Nadel zurück schrecken, und so richtig Lust hatte ich auf das Projekt auch nicht mehr. Allerdings ist die Wolle schon für ein anderes Strickstück vorgesehen. Das kennen wir ja nun schon, dass das Garn von einem aufgetrennten Projekt flugs ins nächste switcht.

Zusammenfassung
Muster Anregung: modulare Karos
Quelle Alison Ellen: Knitting colour, structure and design
Material „Heimatwolle Heidi“ in drei Blautönen, 300g
Sockenwolle classik von Wollerödel in weinrot 50g
Wollmeise pure  in den Farben Flaschenpost und  Wasserratz 300 g
Nadeln Stricknadel 3mm und KH970
Größe 40 – 44
Sonstiges Ufo Nr. 5 von zwölf beendet

 

 

 

 

 

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