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Der neue Orientteppich – 1/12

Als ich letztens behauptet habe, ich würde das Häkeln etwas zurück fahren, habe ich wohl gelogen. Andererseits war ich fest entschlossen, meinen guten Vorsatz umzusetzen, wenigstens die Hälfte der in den Vorjahren angefangenen Handarbeitssachen zu beenden. Aus dem Dutzend begonnener Projekte suchte ich mir dasjenige aus Istex Lett-Lopi-Wolle heraus. Die Wolle brachte ich 2009 (!) aus Island mit. Daraus sollte einerseits der Lopi für den Angetrauten werden, die Farben hatte er sich selbst ausgesucht. Die anderen Farben waren für mich: Grün-, Petrol- und Türkistöne, daraus sollte ein Pullover für werden, für den ich schon genaue Vorstellungen hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber wie es so kommt: für das geplante Pulloverprojekt hatte ich keine Lust mehr. Statt dessen wollte ich einen Raglan-Pullover mit verkürzten Reihen anfertigen. Woran das scheiterte, habe ich hier beschrieben. Das misslungene Projekt wurde aufgetrennt und sollte zu einer Decke in Swingtechnik werden, hier sieht man den vielversprechenden Anfang vom Oktober 2014. Dumm nur, dass mir verschiedene andere Strickvorhaben dazwischen gekommen sind 🙄 , wie das eben so ist. Ich befürchte, diese Situation ist den meisten Strickerinnen nicht unbekannt.
Mittlerweile hatte Swingmeisterin Heidrun, die bei meinem Projektbeginn dabei war, die Idee aufgegriffen und im Dezember 2014 eine wunderbare Decke für ihre Mutter genadelt, genau im gleichen Stil. Man sieht daran, wie meine Decke hätte werden können, abgesehen davon, dass ich für mein Modell ein Rechteck statt eines Quadrats angestrebt hatte.
Nun haben wir zweieinhalb Jahre später, und ich habe beherzt das Begonnene aufgetrennt. Ursache dafür war nicht nur meine derzeitige Passion für’s Häkeln, sondern auch ein Buch aus unserer Bibliothek, das von nordafrikanischer Ornamentik handelt. Die Farbgebung und Musterung orientalischer Fliesen sind ein optischer Genuss, und ich suchte eine Form, die dem Garn und den Farben entgegenkam. Insbesondere dem Garn, denn ich wollte es vollständig aufbrauchen und hatte außerdem ganz unterschiedliche Mengen von den einzelnen Farben. Auch die Reste des Lopi-Pullovers sollten dabei verwertet werden. Eine Form hatte es mir besonders angetan, das Kielbogenornament, im englischen „Ogee“ genannt. Wenn man die Bildersuche nach Ogee bemüht, bekommt man eine Menge farbenfroher Abbildungen dieses Ornaments.

In der Anleitung „Mystical Lanterns“ von Jane Crowfoot, die mir durch Zufall ins Auge fiel, habe ich den Startschuss gehört. Das Muster ist idealerweise gleichzeitig für viele und wenige Farben umsetzbar. Zunächst häkelte ich mit Nadelstärke 5mm die bunten Ogees, von denen es keine zwei gleiche gibt. Mit dem Petrol wurden „Füllhälften“ längs und quer gearbeitet. Die bunten Garne wurden soweit aufgebraucht, dass es keine Reste gab, die Waage schlug nicht einmal aus. Das gesamte Petrol wurde für die Umrandung verbraucht.

 

querhalbierte Module als Randabschluss
längshalbierte Module für den seitlichen Abschluss

 

 

 

 

 

Häkeldecken mit großen Löchern mag ich nicht, daher wurde die Decke gleich bei 40° C in der Waschmaschine angefilzt, was das einfädige Dochtgarn gleichermaßen aufplüschte und verdichtete. Und das Garn wurde erheblich weicher. Noch zweimal Waschen und es wird richtig kuschlig, wie man am Lopi-Pulli des Angetrauten merkt. Er war im Winter nur mit Mühe zu überzeugen, auch mal einen anderen Strickpulli anzuziehen.

 

Bildquelle http://www.ravelry.com/patterns/library/mystical-lanterns-blanket/people?page=2&view=cards

 

Wer kein Geld für die Anleitung ausgeben möchte, findet ein sehr ähnliches Muster hier und hier.  Meine Version ist die senkrechte Variante, man kann die Ornamente jedoch auch digonal anordnen,  wie hier links  gezeigt, dann spart man sich halbe und Viertelornamente.

Ich habe die Ogee-Streifen wieder in der bewährten Kettmaschen-Methode zusammengehäkelt, in der Anleitung wird von der Rückseite her mit festen Maschen zusammengehäkelt, was auch eine schöne Optik ergibt. Ich finde allerdings, dass die Kettmaschen-Methode die Anmutung von Fliesenfugen erzeugt und eine genauere optische Trennung zwischen den Modulen bewirkt.

Ein UFO vom Dutzend habe ich jetzt abgeschlossen.

 

 

Heute Morgen bin ich zum Stadtsee und habe gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Unser Angelverein hat frische Forellen geräuchert, diese wird es am morgigen Karfreitag zum Mittagessen geben. Und das Morgenlicht wurde für die Fotos genutzt. Schattenfreie Bilder sehen gleich besser aus. Auf die Bilder klicken vergrößert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine wunderschöne gemalte Variante, die ich bei Instagram gesehen habe

Ein weiteres Muster für eine Decke steht in den Startlöchern, Wunderbar in der Geometrie. Allerdings habe ich dafür kein Garn und werde auch keins kaufen. Das Muster ist ausnahmsweise am Stück zu arbeiten. Ich warte, bis ich einige Konen auf der Maschine abgearbeitet habe, dann gibt es auch wieder Reste, die dafür passen werden.

Außerdem möchte ich unbedingt einmal gehäkeltes Entrelac anfertigen.

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