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Propeller statt Windmühlen

Auf Atty’s Blog sieht es immer so schön bunt aus. Die Häkelmenschen haben, so scheint es, eine viel höhere Affinität zu leuchtenden Farben als die Strickenden. Da gibt es auch nicht so viele Garnsnobs „ich verarbeite nur Wolle vom handgestreichelten Quiviut, allenfalls noch Seide von Raupen, die nach Demeter-Richtlinien erzeugte Maulbeerblätter fressen“. Nein, bei den Häklern sterben auch extrem viele Polytiere. Und wer sich die modernen Garne einmal anschaut und betastet, wird feststellen: die meisten fühlen sich gut an und quietschen auch nicht erbärmlich über die Nadeln. Ich schubse auch nicht alle Kunstfaser von der Nadel, viele Garne bekomme ich geschenkt. Die verwertbaren Garne, also fast alle, fließen dann in Projekte, die nicht direkt auf der Haut getragen werden.

Bevor wir jetzt zu einem Thema abschweifen, das Teile der Strickgemeinschaft spaltet, blicke ich in meinen Behälter mit den Baumwollen und BW-Mischungen, mit Poly, mit Leinen, mit Viskose. Baumwolle ist übrigens keine umweltfreundliche Faser, es sei denn, sie wird entsprechend angebaut und behandelt. Wen’s interessiert, liest hier nach.

Was an Garn tauglich scheint, also innerhalb eines Lauflängenbereichs von 110-130m/50g, kommt in den Projektbehälter (Kunststoffkorb), der alles Zubehör enthält und bis zum Ende des Projekts die Übersicht gewährleistet. Ich bin von Tüten und Taschen abgekommen, nur wenn es außer Haus geht, kommt das Notwendigste in einen Projektbeutel. Die Kunststoffkörbe können übersichtlich gestapelt werden. Da kommt es bei einigen sicher ins Nachdenken. Ja, ich muss zugeben, ich habe ein gutes Dutzend angefangener Projekte…

Und nun geht es zu Attys freien Anleitungen.  Dort wählen wir die Windmühlen-Babydecke. Bei Ravelry habe ich nach Projekten geschaut und wundere mich, dass dieses schicke Muster noch nicht in ein Projekt mündete. Ich wollte es aber gerne ausprobieren. Zunächst sollte es eine Patchworkjacke für meine älteste Nichte werden, als ich jedoch ein paar Module gehäkelt hatte, schien mir das doch zu hippiehaft. Wenn sie jetzt Maschinenbau studieren würde …
Mich erinnert der vierblättrige Propeller eher an einen Schiffs- oder Bootsantrieb als an eine Windmühle

Bildquelle https://atty-s.blogspot.de/2015/10/little-windmill-baby-blanket.html
2x Propeller 78mm Wasserrad 4-Blatt Schiffsschraube Boot Antrieb RC Modellbau
Bildquelle: https://www.hobbytalent.de/9039-large_default/2x-propeller-78mm-wasserrad-4-blatt-schiffsschraube-boot-antrieb-rc-modellbau.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es wurden die vorhandenen Garne mit Nadelstärke 4,5mm verarbeitet, wobei ich folgendermaßen vorgegangen bin:

  • Einen Probe-Patch häkeln und auswiegen, die vorhandene Garnmenge durch das Gewicht dividieren, so erhält man die ungefähre Anzahl der Patche.
  • Es ergab eine Anzahl zwischen 70 und 75 Modulen. Nun kann man überlegen: will man die Decke eher quadratisch (64 Module) oder rechteckig (72 Module)
  • Ich ging von einer Patchmenge von 72 Stück aus, einerseits sollte die Decke maximal groß werden, andererseits nur minimale Reste übrig bleiben.
    Zunächst die Innenkreise mit 12 Stäbchen anlegen, also die Achse, an der die Rotorblätter angebracht sind, dabei kann man Kleinstmengen verwursten.
  • Ich verstehe nie, und werde es auch nicht verstehen, warum in den Anleitungen steht: „3 oder 4 Luftmaschen häkeln und zum Ring schließen“. Was bringt einen dazu, mühselig 12 feste Maschen oder Stäbchen in diesen Ring zu zwängen, wenn man das viel einfacher haben und am Schluss die Lücke in der Mitte ganz schließen kann?
    Ich gehe sowohl beim Stricken von der Mitte aus als auch beim Häkeln nach der „Magic-Ring-Methode“ vor, die kannte meine 1902 geborene Großtante schon und hat sie mir beigebracht.
  • Nach der Grundrunde habe ich alle Rotorblätter gehäkelt. Man bleibt bei der Sache und hat auf diese Weise das Muster schnell im Griff. Übrigens ist bei den Rotorblättern in der Anleitung ein kleiner Fehler: da heißt es „überspringe 4 Maschen, Kettmasche in die nächste Masche…“ Es muss heißen „überspringe 5 Maschen…“. Der Ring hat 24 Maschen. Vier davon brauchen wir für die Rotoren, sind also 20 Maschen für vier Rotoren übrig, also fünf Maschen, die übersprungen werden müssen. Die letzte Kettmasche kommt dann in die erste Rotormasche, dann ist die Runde komplett und ohne Lücken. Atty hat das definitiv auch so gemacht, sonst hätte sie am Ende der Runde Maschen übrig gehabt.
  • Dann ging es an die Umrandung mit den dunkleren Farben. Eine Weile habe ich befürchtet, ich käme mit dem Garn nicht hin, es langte aber doch.
  • Vor dem Zusammenhäkeln habe ich die verstreuten Patches mit Sicherheitsnadeln aneinander gefügt, um eine bunte Mischung und weniger Häufungen einer Farbe zu erzielen.
  • Da durch die unterschiedlichen Mengen der Modulfarben keine symmetrischen Anordnungen möglich waren, wurde bunt gemischt. Zum Zuzsammenhäkeln nahm ich eine helle Farbe, um die Module optisch zu separieren. Nein, das war geschwindelt: ich hatte außer weißem Bambusgarn nichts passendes mehr und nahm daher die grüne Baumwolle.
  • Beim Zusammenhäkeln verwendete ich diese Kettstichmethode. Das Anleitungsvideo zeichnet sich dadurch aus, dass es kein überflüssiges Gequatsche enthält, gut ausgeleuchtet ist und die Technik mit adäquatem Garn demonstriert.

Insgesamt wurden 750g Baumwollmischungen verarbeitet, sie ist nach dem Waschen 115 cm x 99 cm groß. Mir hat es Spaß gemacht, das Muster auszuprobieren. Sicher kann man mit geometrischen Spielereien und ausgewählten Garnfarbei noch schönere Effekte erzielen. Mir war es wichtig, das Garn-Sammelsurium aus geschenktem Garn und Restknäueln in ein brauchbares und farbenfrohes Projekt zu verwandeln.

Die Decke kommt zunächst in den Charity-Behälter.
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Kater Yoda musste bei der Zusammenstellung auch mithelfen, ist dann aber darüber eingeschlafen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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