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Jetzt weiß ich’s

Ich hatte die  extrem gute Idee, für die weiblichen Verwandten diese schöne Stola von Theresa Gaffey zu stricken. Auf dem Handstrickapparat, versteht sich.
Ich stöberte also in den fertigen Projekten, ob das schon einmal jemand gemacht hat. Niemand, wie sich herausstellte.
Da ich die Anleitung nicht besitze, erschloss ich mir aus den Projektbeschreibungen, dass insgesamt ca. 400 Maschen in 10/10 gerippt gestrickt werden. Es war mir schon klar, dass der Handstrickapparat nur die Hälfte der Maschen schafft, mit geschicktem Halbversatz könnte ich ein paar Nadeln mehr in Betrieb nehmen. Also probegestrickt. Klar, dass ich meine vorhandenen Konengarne zum Einsatz bringen wollte, gell? Und zwar immer drei oder vier Fäden zusammen genommen
Das Probestück wurde mit 4 gefachten Fäden und Maschenweite 4 gearbeitet.  Heraus kam ein Strickstück, das nicht – wie gehofft – mindestens 80cm breit war, sondern gerade mal 60cm. Mit viel strecken und ggf. größerer Maschenweite hätte ich das Stück vielleicht auf 80cm recken können, aber das Maschenbild gefiel mir mit größerer Maschenweite definitiv nicht.

Nun ist mir klar, warum das noch niemand auf dem Haushaltsstricker gemacht hatte, auch zwei Teile – wenn mit Konengarn gestrickt – hätten vermutlich nicht für eine ausreichend breite Stola gereicht. Mit einer Naht hatte ich schon gerechnet und hatte mit den Tipps aus dem Strickforum experimentiert. Die Nähte fand ich alle nicht so prickelnd aussehend, obwohl spannend in der Technik. So hatte ich überlegt, aus der Naht ein Designelement zu machen, indem ich die zweite Hälfte invers drannähe oder eine Zopfverbindung wähle, bzw. eine andere Methode, die Stücke zusammen zu fügen. Ich habe das Projekt erst einmal auf Halde gelegt.
Möglicherweise kann man mit dem empfohlenen Garn oder Sockenwolle mit zwei Teilen auskommen, aber wir reden ja davon, vorhandene Garne aufzubrauchen.

Das Stück sieht deshalb so zerknittert aus, weil sich der Kater den Lappen gekrallt und sich eine schöne weiche Unterlage zum Schlafen zurecht gelegt hat.

Einen Trick habe ich mir allerdings selbst ausgedacht, zumindest habe ich das so noch nirgends gesehen . Ich bin definitiv nicht gut darin, Maschen am Handstrickapparat von den Nadeln abzuhäkeln. Ich weiß, einige praktizieren das mit Begeisterung und in unglaublicher Geschwindigkeit. Mit unglaublicher Geschwindigkeit fallen mir höchstens Maschen hinunter, und es ist bekannt, neu stricken geht oft schneller, als den Fehler zu beheben.

Um auf beiden Seiten die gleiche Abkettkante zu haben, gehe ich so vor:

  • Beliebiger Anschlag und Mascheneinteilung mit Kontrastgarn, einige Reihen stricken.
  • Abschließen mit dem Nylonfaden, man kann es aber auch lassen.
  • Nun mit dem Projektgarn und größtmöglicher Maschenweite (oder langen Maschen) die erste Reihe stricken.
  • Dann auf die gewünschte Maschenweite umstellen und das Projekt bis auf die letzte Reihe stricken
  • Für die letzte Reihe die Maschenweite wieder auf „maximal“ stellen oder lange Maschen bilden
  • Nadeln für dier erste gestrickte Reihe in E schieben, einige Reihen Kontrastgarn drüber stricken und abwerfen
  • Kaffee oder Tee kochen und gemütlich im Sessel oder auf dem Sofa die erste und die letzte Reihe abhäkeln, indem man die nachfolgende Masche durch die davor liegende häkelt. Also wie beim Abhäkeln an der Maschine, nur bequem und weniger fehleranfällig.
  • Kontrastgarn abtrennen, Endfäden vernähen, fertig. Gibt einen gleichmäßigen, dehnbaren, stressfreien Abschluss auf beiden Seiten des Strickstücks. Anschlag- und Abschlusskante sehen identisch aus.

Meine Vorgehensweise wurde übrigens genauestens beobachtet. Ich musste im Stehen stricken, weil der Supervisor sich auf meinen Arbeitsstuhl setzte und das Geschehen im Detail überprüfte.

Weitere Erfahrung habe ich mit Plattieren gesammelt, eine Technik, die man mit Handstricken nicht erzielen kann. Davon wird ein andermal berichtet.

 

 

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