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Not Only a Seal Poncho is a Real Poncho

Kennt noch jemand das Lied von Frank Zappa „Cosmic Debris“ von der Scheibe „Apostrophe“?
„Now, is that a real poncho or is that a Sears poncho?“ wird gefragt. Der richtige Poncho muss natürlich aus Robbenfell sein, der Sears Poncho kommt aus dem Kaufhaus. Genau gesagt von Sears Roebuck. Als ich einmal in Chicago war, 1990, bin ich im Sears Tower auf die Aussichtsplattform gefahren. Für seinerzeit 1,45$ (einschließlich Vergnügungssteuer) fuhr man 150 Stockwerke hoch, um einen fantastischen Rundumblick zu haben, sofern nicht neblig. Ich hatte Glück.
Den Poncho habe ich aber nicht dort gekauft, sondern im good old Europe gestrickt.

 

Bei windigem Wetter und Eiseskälte ist der Poncho nicht nur ein wärmendes Accessoire. Bad-Hair-Impression bitte ignorieren, morgen werden die Haare abgeschnitten.

 

Als Basis diente die Anleitung Time makes you bolder von Mary Annarella. Eine gleichermaßen simple wie streng geometrische Konstruktion, die aus zwei Dreiecken und zwei Parallelogrammen besteht.

Begonnen wird mit dem Dreieck, das bei ausreichender Länge am rechten Arm links und rechts als Parallelogramm weiter geführt wird.

Die Designerin beendet die beiden Parallelogramme getrennt und näht dann in der Mitte zusammen, während ich sie wieder zusammen geführt und das Dreieck am linken Arm beendet habe, indem ich das, was vorher Zunahmen waren, als Abnahmen gearbeitet habe. Durch die Konstruktion wird die eine Seite länger als die andere. Da aber kein Halsausschnitt vorgesehen ist, kann man das Teil auch so anziehen, dass der längere Teil rechts ist.

 

 

 

Wie ihr schon bemerkt habt, wurde das Streifenmuster durch eine Variante mit verkürzten Reihen ersetzt. Der schöne Effekt gelang insbesondere auch durch die wunderbaren Garne der Handweberei Galz, die ich schon vor Jahren gekauft hatte. Leider sind die schönen Färbungen nicht mehr im Programm. Kurz vor Weihnachten habe ich noch Restbestände des Sockengarns aus Ramie und Schurwolle ergattert. Gestrickt wurde mit Nadelstärke 4mm.
Damit die Ränder nicht offen blieben, habe ich alle Kanten mit dem unifarbenen Rubinrot als Rollkäntchen umrahmt.

Die Technik ist eine einfache Variante des Swing-Strickens, in der Farbfelder durch kontrastierende Reihen hervorgehoben werden. Eine Anleitung kann es bei dieser freien Technik nicht geben, weil jede Reihe anders gestrickt wird. Das freie Stricken mit verkürzten Reihen erlaubt keine Reproduktion, es kann also nie eine Kopie des Ponchos geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bilder wurden im ungewaschenen Zustand gemacht. Mittlerweile durchlief der Poncho eine 30-Grad-Wäsche mit Vollschleudern.
An der Kürzeren Seite habe ich ein Gewicht vom Handstrickapparat drangehängt, da lässt sich sicher noch Länge heraus schinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer in Erinnerung schwelgen will: hier kann man Frank Zappa bei einer Live-Darbietung sehen, eine sehr bluesige Variante, die auch die einzelnen Musiker featuret.

Das Album war schon immer eins meiner Lieblingsproduktionen von Zappa. Musikalisch sind alle Zappa-Kompositionen sehr ausgefeilt, sozusagen ziemlich komplex. Für mich einer der vielseitigsten Musiker, bei dem ich mich sehr freue, seine Konzerte nun bei Youtube sehen zu können, wenn auch in teilweise fragwürdiger technischer Qualität.

 

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