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Ortsputzete

Zweimal jährlich schwärmt ein Teil der Bewohnerschaft unserer Kleinstadt (7800 EW) aus, um die Landschaft bis zu den Gemarkungsgrenzen von Unrat und Weggeworfenem zu reinigen.
Dazu versammeln sich Mitglieder von vielen Vereinen, Pfadfinder und freiwillige Bürger*innen am städtischen Betriebshof und werden mit riesigen Plastiktüten und einem Greifer ausgestattet.
Schon allein die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Verkehrspolizei, bitte weglesen! Ein Teil der Einsatzkräfte wird auf der Pritsche der städtischen Baufahrzeuge zum Start gekarrt und am Ziel wieder eingesammelt. Die kleine Haltestelle auf dem Titelbild war unser Ausgangspunkt.

Bild von flipacoin

Ich war dieses Mal mit drei Männern und einem 10-Jährigen an unserem Fluss unterwegs, an dem auch ein Spazierweg entlang führt. Jeder von uns hat auf einer Strecke von zwei Kilometern zwei Säcke mit allem Möglichen befüllt, was die Spazierenden in die Landschaft geworfen haben.
Was ich am widerlichsten gefunden habe? Dass Hundebesitzer*innen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere in Plastikbeutelchen verpacken und diese in die Landschaft werfen, anstatt in die Abfallkörbe am Wegrand. Da können sie ihre Tiere das Geschäft doch gleich in der Natur am Fluss verrichten lassen. Es ist einfach eklig, die halb zerfallenen Beutel mit heraus suppendem Inhalt aufzusammeln und im großen Sack mitzuschleppen.

Das Ende der Ortsputzete  – der Leserschaft wird nun klar sein, dass diese der Säuberung des Geländes dient – wird auf dem Betriebshof begangen: Man kann zum einen die Berge an Abfall bestaunen, die in nur drei Stunden zusammen gekommen sind, und auch die Kuchenberge, die von der Stadt zur Stärkung bereit gestellt wurden. Nebst heißen Würsten dürfen diese vertilgt und mit Getränken aller Art hinunter gespült werden.
Eine wunderbare Art, seine Mitbürger*innen kennen zu lernen und ein gemeinsames Erlebnis zu teilen, und ein befriedigendes Gefühl, etwas getan zu haben – auch wenn der Muskelkater vom Hinab- und Hinaufklettern der Flussböschung die Erinnerung an diesen schönen Vormittag vorerst etwas trübt.

Sorry, no English today

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